Röteln in der Schwangerschaft sind gefährlich – schütz dich vor einer Ansteckung!

Eine Infektion mit Röteln gehört zu den gefürchtetsten Erkrankungen während der Schwangerschaft, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Missbildungen beim Baby führt. Insbesondere eine Infektion im ersten Trimester der Schwangerschaft ist gefährlich, da das Risiko für Fehlbildungen, Hirnschäden und Krampfleiden deutlich erhöht ist. Gerade vor geplanten Schwangerschaften solltest du deinen Impfschutz überprüfen.

In diesem Beitrag liest du, wann eine Infektion mit der Viruskrankheit in der Schwangerschaft besonders gefährlich sein kann. Hattest du als Kind noch keine Röteln, kannst du dich mit einer ausreichenden Impfung gegen Röteln schützen. Folgendes erwartet dich außerdem:

  1. Röteln – das Wichtigste zusammengefasst
  2. Was sind Röteln?
  3. Symptome bei Röteln
  4. Röteln in der Schwangerschaft
    1. Woran erkenne ich, ob ich Röteln habe?
    2. Was wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung gemacht?
    3. Wie kann es in der Schwangerschaft zu einer Infektion kommen?
    4. Untersuchungsmethoden
    5. Röteln in der Schwangerschaft behandeln
  5. Familienplanung und Kinderwunsch: Was tun, wenn ich keinen Schutz gegen Röteln habe?
    1. Schutzimpfung vor einer geplanten Schwangerschaft
    2. Schutzimpfung bei unwissentlicher Schwangerschaft – was nun?
  6. Infektions- und Schädigungsrate
    1. Kann es meinem Baby schaden, wenn ich in der Schwangerschaft Röteln bekomme?
    2. Mögliche Schäden beim Baby
  7. Röteln vorbeugen

Röteln – das wichtigste zusammengefasst

Da eine Infektion mit der Viruskrankheit während der Schwangerschaft in 60 bis 90 Prozent der Fälle zu einer schweren Schädigung des ungeborenen Kindes führt, ist eine entsprechende Prophylaxe besonders wichtig.

  • Immun bist du nur dann, wenn du die Erkrankung bereits einmal hattest oder dagegen geimpft bist. Da die Rötelnimpfung von der STIKO erst seit 1980 bzw. 1990 empfohlen wird, gibt es immer noch viele junge Frauen, die ungeimpft sind.
  • Vor einer geplanten Schwangerschaft solltest du deinen Immunschutz prüfen (Impfausweis), um die Impfung bei Bedarf nachzuholen.
  • Wird erst während der Schwangerschaft festgestellt, dass du nicht immun bist, gilt besondere Vorsicht. Soweit möglich, solltest du den Kontakt mit erkrankten Menschen meiden und beim Verdacht auf Kontakt mit dem Erreger deinen Arzt aufsuchen. Dieser kann bei einer Infektion mithilfe von Immunglobulinen entgegenwirken.

Was sind Röteln?

Röteln sind eine als Kinderkrankheit bekannte Virusinfektion mit sogenannten Rubellaviren. Sie sind hochansteckend und werden über Tröpfcheninfektion übertragen – das heißt durch Husten, Küssen oder anderweitigen Kontakt mit Körpersekreten des Erkrankten.

In Deutschland gehören die Röteln zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Seit der Impfempfehlung der STIKO aus dem Jahr 1980 (neue Bundesländer) bzw. 1990 (alte Bundesländer) ist die Anzahl der Rötelnerkrankungen deutlich zurückgegangen. Nach einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion ist der Mensch immun gegen Rubellaviren.

Symptome bei Röteln

Sicherlich denkst auch du bei Röteln an den typischen Ausschlag am Körper. Doch der fleckige Hautausschlag tritt nicht immer auf. Insbesondere bei Kindern ist der Verlauf häufig symptomarm oder ganz ohne typische Symptome. Genau das macht die Infektion so heimtückisch. Da es nicht immer ersichtlich ist, ob jemand unter Röteln leidet, ist die Ansteckungsrate entsprechend hoch.

Dass eine Infektion ausgebrochen ist, lässt sich oft erst anhand des Ausschlags erkennen. Doch bereits im Vorfeld geht die Erkrankung mit milden Beschwerden einher. Diese lassen nicht immer sofort auf Röteln schließen:

  • Etwa zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung (Inkubationszeit) mit dem Virus: Es zeigen sich leicht vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich, leichtes Fieber und gerötete Schleimhäute.
  • Nach zwei bis drei Tagen: der kleinfleckige Ausschlag beginnt meist hinter den Ohren, von dort aus breitet er sich über das Gesicht und den Hals auf den gesamten Körper aus. Der Ausschlag klingt nach etwa drei Tagen wieder ab. In dieser Zeit sind die Lymphknoten im Bereich des Halses und des Nackens meist schmerzhaft vergrößert.
  • In einigen Fällen leiden Betroffene auch unter Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen, die auf die Rötelninfektion zurückzuführen sind.

Röteln in der Schwangerschaft

Eine Infektion in der Schwangerschaft ist besonders gefährlich, da sich das Virus über den Mutterkuchen auf das Ungeborene ausbreitet und schwere Schäden beim Kind hervorrufen kann.

Meide den Kontakt zu erkrankten Menschen, wenn:

  • du in deiner Kindheit noch keine Röteln hattest
  • du keinen ausreichenden Immunschutz durch eine Impfung hast.

Woran erkenne ich, ob ich Röteln habe?

Röteln äußern sich in der Schwangerschaft auf dieselbe Weise wie sonst auch. Wenn du also Erkältungssymptome wie Fieber, Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten oder Schnupfen verspürst, die nach einigen Tagen nicht abklingen, ist eine Abklärung beim Arzt wichtig. Der Ausschlag tritt erst einige Tage nach den ersten Beschwerden auf. Der sichere Rötelnnachweis ist nur über das Blut möglich.

Was wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung gemacht?

Während der Schwangerschaft sind Vorsorgeuntersuchungen Pflicht. Im Mutterpass werden die Ergebnisse festgehalten. Teil der Vorsorge ist auch der Titertest auf Röteln. Hierzu wird dir Blut abgenommen, welches auf Antikörper gegen Röteln untersucht wird.

Antikörper hast du gebildet, wenn du die Virusinfektion bereits hattest oder ausreichend geimpft bist. Letzteres kannst du in deinem Impfausweis nachlesen. Ist bei dir eine Zweifachimpfung gegen Röteln dokumentiert, ist ein Titertest über das Blut nicht notwendig. In diesen Fällen hast du keine Infektion mit Röteln zu befürchten und kannst dich auch nicht bei anderen anstecken.

Liegt ein ausreichender Immunschutz vor, wird dies in deinem Mutterpass entsprechend vermerkt:

Röten-Antikörpertest im Mutterpass

Liegen jedoch keine Antikörper vor und du bist in der Vergangenheit weder an Röteln erkrankt noch hast eine Impfung erhalten, muss der Bluttest während der gesamten Schwangerschaft regelmäßig wiederholt werden. Nur so lässt sich eine eventuelle Infektion ausschließen.

Eine Impfung während der Schwangerschaft ist nicht möglich, da der Impfstoff aktive Viren enthält, die deinem Baby schaden könnten.

Wie kann es in der Schwangerschaft zu einer Infektion kommen?

Unabhängig von der Schwangerschaft können sich Erwachsene ohne entsprechende Antikörper jederzeit bei infizierten Personen anstecken.

Ein zusätzlich erhöhtes Risiko ist zum Beispiel gegeben, wenn du bereits ein Kindergarten- oder Schulkind hast. Das Kind kann die Erreger aus der Kita oder der Schule mitbringen oder du kannst dich direkt bei einem anderen Kind anstecken, wenn du dein Kind in den Kindergarten bringst. Da eine Infektion mit Röteln im frühen Stadium nicht ersichtlich ist, gibt es keinen effektiven Schutz vor Ansteckung.

Untersuchungsmethoden

Bei Verdacht auf eine Infektion gibt es zwei verschiedene Untersuchungsmethoden, um einerseits die Infektion zu bestätigen und andererseits den genauen Erreger nachzuweisen.

Bei beiden Untersuchungen handelt es sich um Blutuntersuchungen. Der Erregernachweis ist dann gegeben, wenn im Blut Antikörper gegen Röteln nachgewiesen werden können.

In der Schwangerschaft kann es darüber hinaus sinnvoll sein, den Erreger noch konkreter zu bestimmen, also die DNA des Virus zu entschlüsseln. Der Virusnachweis (RNA-Nachweis) erfolgt über eine Fruchtwasserprobe. Diese Untersuchung kann also nur in der Pränataldiagnostik im Krankenhaus vorgenommen werden. Nach der 22. SSW kann außerdem das Blut des Ungeborenen selbst untersucht werden, um eine Infektion beim Kind festzustellen und den Erreger nachzuweisen.

Röteln in der Schwangerschaft behandeln

Eine Infektion lässt sich leider nur symptomatisch behandeln, eine Therapie gibt es hingegen nicht. Auch in der Schwangerschaft kann die Infektion nicht ursächlich behandelt werden. Für die werdende Mutter verläuft die Rötelninfektion in der Regel komplikationslos. Die Schädigung des Kindes hängt vom Stadium der Schwangerschaft ab und davon, welche Organe beim Kinde gerade ausgebildet werden und von der Infektion betroffen sind. Bei einer Infektion im ersten Drittel der Schwangerschaft raten die meisten Ärzte sogar zum Schwangerschaftsabbruch.

Familienplanung und Kinderwunsch: Was tun, wenn ich keinen Schutz gegen Röteln habe?

Wenn du und dein Partner gerade bei der Familienplanung seid und euch ein Kind wünscht, solltest du vorher deinen Impfschutz prüfen lassen. Ein Blick in den Impfausweis gibt dir schon erst einmal Klarheit darüber, ob du als Kind gegen Röteln geimpft wurdest:

Impfausweis

Die Rötelnimpfung erfolgt dabei in der Regel als 3-fach Impfung gegen Röteln, Masern und Mumps. Einen sicheren Impfschutz hast du übrigens nur dann, wenn du zweifach geimpft wurdest. Auch wurden im Impfausweis meist die durchlaufenen Kinderkrankheiten vermerkt. Sieh also nach, ob in deinem Impfausweis ein entsprechender Vermerk gemacht wurde.

Impfung Mumps-Masern-Röteln

Schutzimpfung vor einer geplanten Schwangerschaft

Ist dein Impfschutz nicht ausreichend solltest du dich vor einer geplanten Schwangerschaft unbedingt um die Impfung kümmern. Die Schutzimpfung sollte möglichst mindestens drei Monate vor der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Nach der Impfung solltest du 3 Monate lang sicher verhüten
Geimpft wird dabei ein aktiver Impfstoff, also ein Serum mit lebenden Rubellaviren. Nach spätestens drei Monaten hat der Körper ausreichend Antikörper gebildet und der volle Impfschutz ist erreicht. In diesen drei Monaten solltest du jedoch lieber nicht schwanger werden, da dein Körper noch mit der Bildung der Antikörper beschäftigt ist und das geimpfte Lebendvirus in deinem Körper noch aktiv ist.

Erst nach vollständiger Immunisierung besteht völliger Schutz für dich und dein Kind. Die Schutzimpfung kann auch dann sinnvoll sein, wenn du als Kind nur einmalig gegen Röteln geimpft wurdest und keinen vollständigen Immunschutz hast.

Schutzimpfung bei unwissentlicher Schwangerschaft – was nun?

Wird die Impfung versehentlich oder unwissentlich in der Frühschwangerschaft durchgeführt, passiert in der Regel nichts. Bisher sind keine Fälle von Schädigungen des Kindes durch Impfung in der Frühschwangerschaft bekannt. Beachte dennoch, dass du in den ersten drei Monaten nach der Impfung noch keinen vollständigen Immunschutz hast. Eine Infektion mit Röteln ist in dieser Zeit also durchaus noch möglich.

Infektions- und Schädigungsrate

Grundsätzlich führt eine Rötelninfektion in der Schwangerschaft nicht immer zur Ansteckung des ungeborenen Kindes. Circa ein Zehntel aller Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Röteln hatten, kommt gesund zur Welt und entwickelt sich völlig normal. Mit einer Schädigungsrate von 60 bis 90 Prozent ist die Gefahr für Missbildungen und Spätfolgen jedoch enorm hoch.

Kann es meinem Baby schaden, wenn ich in der Schwangerschaft Röteln bekomme?

Ja. Und je früher die Infektion mit Röteln auftritt, desto schwerwiegender sind die Folgen für das Ungeborene. Infektionen im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft gehen meist mit weniger schweren Folgen einher. Das Risiko lässt sich in vier Stadien unterteilen:

  • wenn eine Infektion kurz vor der Schwangerschaft erfolgt
  • bei einer Infektion in der Frühschwangerschaft
  • eine Infektion nach der 13. SSW
  • findet eine Infektion kurz vor der Geburt statt

Mögliche Schäden beim Baby

Das Ausmaß der Schädigungen des Babys richtet sich nach der Schwangerschaftswoche. Wird das Ungeborene vom Rötelnvirus befallen, schädigt das Virus genau die Organe, die in diesem Stadium der Schwangerschaft ausgebildet werden.

  • Eine Infektion zwischen den ersten drei Monaten der Schwangerschaft führt daher oft zu Fehlbildungen des Herzens, der Ohren und der Augen. Auch Missbildungen der Knochen sowie Hirnerkrankungen und geistige Behinderungen sind häufige Folgen einer Infektion mit Röteln im ersten Drittel der Schwangerschaft.
  • Eine Rötelninfektion zwischen der 13. und 17. SSW führt meist zu Fehlbildungen des Innenohrs. In der späteren Schwangerschaft werden Organschäden immer unwahrscheinlicher und die Schädigungsrate sinkt auf unter 50 Prozent.
  • Kurz vor der Geburt verursacht eine Infektion mit Röteln in der Regel keine dauerhaften Schäden mehr, das Baby wird jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Röteln zur Welt kommen. In der Folge können sich eine Lungenentzündung, Durchfall oder eine Gefäßentzündung einstellen, seltener auch Wachstumsstörungen des Babys.

Röteln vorbeugen

  • Da das bewusste Vermeiden des Kontakts mit Erkrankten meist schwierig ist, weil Röteln nicht immer gleich offensichtlich sind, besteht die sicherste Prophylaxe in der Impfung. Gerade vor geplanten Schwangerschaften sollte das kein Problem sein.
  • Bist du jedoch schon schwanger und stellt der Arzt dann fest, dass du keine Antikörper gegen Röteln hast, solltest du Menschen mit möglichen Rötelninfektionen meiden.
  • Bei Kontakt mit dem Erreger besteht bei Schwangeren ohne Antikörpernachweis zudem die Möglichkeit einer schnellen passiven Immunisierung zum Abtöten des Virus. Hierzu bekommst du vom Frauenarzt Immunglobuline, die das Virus deaktivieren.
  • Enge Verlaufskontrollen des Blutbefunds sind dann nötig. Auch Schwangere in Risikoberufen, also etwa Kindergärtnerinnen oder Lehrerinnen, können mit Immunglobulinen passiv immunisiert werden.

Wie ihr seht, sind Röteln ein ziemlich umfangreiches und vor allem wichtiges Thema. Überprüft also euren Impfschutz, um zu vermeiden, dass ihr euch in der Schwangerschaft anstecken könnt.

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr euch vorab darüber Gedanken gemacht und seid ihr ausreichend geimpft? Ich freue mich auf eure Kommentare.

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